| Das
O-Kleid – Symbol der absoluten Unterwerfung
einer Frau?
Ihnen ist der Roman „Geschichte
der O“ ein Begriff oder Sie haben
die Verfilmung des Romans gesehen? Dann
ist Ihnen das O-Kleid mit seinen Besonderheiten
schon begegnet.
„Geschichte der O“
von Pauline Réage
Kurz gesagt handelt der Roman von einer
Frau mit Namen „O“, die in
verschiedenen Stufen zur absoluten, devoten
Dienerin ausgebildet wird. Sie wird zur
Sklavin eines einzelnen Gebieters und
findet ihre Erfüllung in der Selbstaufgabe.
Der Roman begleitet O durch die einzelnen
Stufen ihrer Ausbildung und durch ihr
Leben danach als devote Sklavin. Die Besonderheit
dieser Ausbildung liegt in einer fast
unendlichen Vielfalt an Regeln, die einzuhalten
sind.
Der Roman hat die Fetisch-Szene so geprägt,
dass sein Inhalt in die Realität
übernommen wurde. So werden heute
devote Personen, die nach diesen Regeln
leben, mit ihrem Namen und dem Zusatz
„O“ versehen.
Genauso werden wichtige Symbole wie der
O-Ring oder eben das O-Kleid so zugeordnet.
Das O-Kleid lebt von seinem Symbolcharakter
und seinen vielen praktische Finessen
im Schnitt.
Es ist entstanden, um einer wichtigen
Regel des Romans Rechnung zu tragen:
„Eine O muss immer
und überall zugänglich sein“
Diese Grundregel bedeutet, dass es dem
Mann möglich sein muss, eine O innerhalb
Sekunden, immer und überall sexuell
benutzen zu können und zwar mittels
allen Ein- und Ausgängen.
Der Reiz der Dominanz
Wozu gibt es diese Regel überhaupt?
Wozu benötigt eine O ein besonderes
Kleid?
Automatisch entsteht im Kopf zunächst
das Bild eines ewig potenten Mannes, der
sich minütlich Befriedigung verschaffen
muss. Damit er nicht warten muss, wurde
ein Kleid kreiert, das dies sofort möglich
macht.
Eine nette Vorstellung, die aber wohl
nur dem Reich der Fantasie entspringt.
Deshalb: Warum muss sich eine O dann
immer zugänglich zeigen?
Machtdemonstration und Dominanz spielen
die zentrale Rolle.
Es geht um die Fantasie des Mannes, die
O jederzeit benutzen zu können, falls
er es will.
Es lässt sie in dem Glauben, er würde
jede Sekunde auf sie zukommen. Er hält
sie klein und in immerwährender Anspannung.
Es ist ein Spielen mit Macht und Machtgefälle,
mit Dominanz und Unterwerfung.
Der Gebieter im Roman beschreibt sich
an einigen Stellen als „gottgleich“.
Danach handelt und behandelt er seine
ihm untergebene O – allmächtig,
unfehlbar und anbetungswürdig.
„Dein Wille geschehe“
Dieses Zitat aus dem wohl wichtigsten
christlichen Gebet (dem Vaterunser) in
diesen Kontext zu bringen, grenzt zwar
an Blasphemie, aber aufgrund der vorherigen
Ausführungen passt es. Denn der Wille
des Mannes bestimmt, was geschieht, seine
devote Sklavin fügt sich bedingungslos.
Im Roman wird O oft z.B. entblößt
über das Sofa gelegt und muss in
dieser Pose stundenlang verharren. Dienerschaft
und Besucher sehen sie zwar, aber sehen
sie nicht wirklich – sie wird in
ihrer Rolle objektiviert und reduziert
und verliert ihr eigentliches Selbst.
Der Kick für den dominanten Part
ist dabei, seine O, entblößt
in dieser Stellung warten zu lassen, um
sie vielleicht irgendwann zu nehmen oder
auch nicht. Die Fantasie „zu können,
falls man will“ ist stärker
als der Trieb.
Diese Vorstellung dürfte nun relativ
leicht nachvollziehbar sein – der
alleinige Bestimmer zu sein, der Herrscher
über alle Handlungen.
Relativ schwer ist die Vorstellung, dass
der devote Part in seiner Unterlegenheit
genauso seine Befriedigung bekommt.
Für eine O liegt der Reiz umgekehrt
genau darin, sich anzubieten, zurückgewiesen
zu werden, um irgendwann doch noch benutzt
zu werden, was für sie die Bestätigung
ist, dass sie geliebt wird.
Diese These nun kommentarlos stehen zu
lassen, fällt wirklich sehr schwer,
doch würde die Diskussion an dieser
Stelle zu weit führen, weshalb wir
uns der Kernfrage widmen, was an dem O-Kleid
nun so besonders ist?
Ein Kleid für alle
Fälle
Angelehnt an mittelalterliche, ausladende
Kleider ist das O-Kleid mit einem großen,
fast bodenlangen Rock und einem aufgesetztem
Korsett geschneidert, das die Brüste
frei lässt.
Der Mann kann sie also immer und jederzeit
berühren ohne sie vorher von BH oder
Kleidung befreien zu müssen.
Das Besondere des Kleides aber liegt vor
allem in der vielseitigen Tragemöglichkeit
des Rocks:
Der Stoff ist vertikal in vier Teile geteilt
und jedes Teil kann durch wenige Handgriffe
aufgerollt und am Korsett befestigt werden.
Somit ist die O innerhalb von Sekunden
entblößt und kann sich von
allen Seiten zur Verfügung stellen.
Das perfekte Kleid also für die Regel
der ständigen Zugänglichkeit.
Sie möchten Ihre O vielleicht nur
von hinten nackt haben? Dann rollen sie
nur die hintere Bahn hoch und binden sie
oben fest. Gleiches gilt für seitlich
und vorne. Selbst wenn die Bahnen herabgelassen
sind, wissen Sie, dass Sie ungehindert
durch die Bahnen greifen können.
Das O-Kleid in der Fiktion…
Folgende kleine, jugendfrei zensierte
Zitate aus dem Originalroman veranschaulichen
die Faszination am deutlichsten, die das
Kleid auf seine Trägerin und den
dominanten Part ausübt:
O wird gerade von einem
Gebieter belehrt, warum und wie sie das
O-Kleid zu tragen hat:
„Was für uns wie für
Sie bedeutet, daß ihr Mund, Ihr
Schoß und Ihre Lenden uns offen
stehen. Sie werden vor uns niemals Ihre
Brüste berühren. Sie sind durch
das Korsett herausgedrängt, damit
sie uns gehören. Tagsüber werden
Sie bekleidet sein, doch Sie werden den
Rock heben, wenn man es Ihnen befiehlt
und jeder kann – unmaskiert –
mit Ihnen tun, was er will, nur nicht
Sie peitschen. Gepeitscht werden Sie nur
zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.“
(Réage, Pauline: Geschichte der
O. München, F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung
GmbH 2001, S. 37)
„Das Kostüm war dem der beiden
Frauen ähnlich: über einem fischbeinverstärktem
und in der Taille rigoros geschnürten
Mieder und über einem gestärkten
Batistunterrock ein langes Gewand mit
weitem Rock und einem Oberteil, das die
Brüste, die das Korsett hochschob,
fast freiließ, kaum mit Spitzen
verhüllte. Der Unterrock war weiß,
Mieder und Kleid aus meergrüner Seide,
die Spitzen wieder weiß.
Als O angekleidet war und wieder im Sessel
am Feuer saß, noch blasser durch
das blasse Grün, gingen die beiden
Frauen, die kein Wort gesprochen hatten.
Einer der vier Männer packte die
eine im Vorbeigehen, bedeutete der anderen
zu warten, führte die erste zu O
hin, ließ sie sich umdrehen, umfasste
mit einer Hand ihre Taille und hob mit
der anderen die Rücke hoch, um O
zu zeigen, so sagte er, warum sie dieses
Kostüm trugen und wie gut es durchdacht
sei: er fügte hinzu, man könne
diesen Rock mittels eines einfachen Gürtels
so hoch schürzen, wie man wolle,
wodurch mühelos zugänglich wurde,
was man auf diese Weise entblößte.
Außerdem lasse man die Frauen häufig
im Schloß oder im Park so hoch geschürzt
herumgehen oder mit vorn, ebenfalls bis
zu Taille, hoch gerafften Röcken.
Man ließ O von der jungen Frau zeigen,
wie sie ihren Rock befestigen müsse:
mehrmals aufgerollt (wie eine Haarsträhne
auf einem Lockenwickler), in einen engen
Gürtel gesteckt, genau vorn in der
Mitte, wenn der Leib entblößt
werden sollte, oder genau in der Mitte
des Rückens, um die Lenden zu entblößen.
Im einen wie im anderen Fall fielen Unterrock
und Rock in Kaskaden reicher Schrägfalten
von der Mitte zu Boden.“ (ebd, S.
35 f.)
Anne-Marie ist die einzige
weibliche, dominante Gestalt im Roman,
die auch so handelt wie ein dominanter
Mann:
„(…) zweimal als Monique
aufstand, sah O, daß Anne-Marie,
an der sie rechts vorbeiging, mit der
Hand in den Schlitz ihres Rockes griff.
Monique blieb stehen, und O erriet an
der leichten Beugung ihres Körpers,
daß sie sich der Hand hingab, die
in ihr wühlte. (…) Zum Glück
sah Anne-Marie, die Monique veranlaßt
hatte, die Nadel ihres Fichus herauszuziehen,
und nun die braunen Spitzen ihrer Brüste
streichelte, O nicht an; sie erspähte
in Moniques Gesicht das Aufkeimen der
Lust, und während sie sie liebkoste,
fragte die sie aus: wie viel Männer
seit dem Vorabend in sie eingedrungen
seien, wer sie waren, ob sie sich ihnen
ebenso gut geöffnet habe, wie sie
sich jetzt öffne? Bei diesem letzten
Wort rief Anne-Marie Noelle und O, und
ohne Monique loszulassen, bedeutete sie
ihnen, sie sollten die Bahnen von Moniques
Kleid hochheben und befestigen. (…).“
(ebd, S. 269 f.)
…und in der Wirklichkeit
Geben Sie es ruhig zu, Sie sind der Vorstellung
eines O-Kleids schon längst verfallen!
Ob Sie es selbst tragen wollen oder an
Ihrer Partnerin sehen wollen – diese
Fantasie teilen Sie mit Unzähligen
vor Ihnen, die ihre Fantasie bereits ausleben:
Als Escort mit einem O-Kleid in der Bestandsliste
oder bei Veranstaltungen für Paare,
die den Roman mit allen Facetten nachleben.
Ja, Sie haben sich nicht verlesen –
mit allen Facetten, Konsequenzen und Regeln!
Trauen Sie sich auch? Dann legen wir Ihnen
die hochwertigen O-Kleider aus www.die-geschichte-der-o.com
ans Herz, die einem O-Shop angegliedert
sind.
Ein Tipp noch am Ende: Achten Sie in
Ihrem Alltag auf Frauen, die mit Vorliebe
auf Hockern sitzen und einen weiten Rock
um den Hocker drapiert haben. Schauen
Sie auf Ihre Finger und suchen Sie den
so genannten O-Ring (Artikel folgt). Trägt
sie diesen, können Sie davon ausgehen,
dass Sie mit nacktem Po auf dem Hocker
sitzt. Benutzen Sie sie, wie Sie wollen.
Der Ring gibt Ihnen dafür die Erlaubnis.
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